Posts

Überwinterung heimischer Arten

Sofern man seine Ameisen auch einigermaßen naturnah hält und nicht explizit zuheizt, werden diese sich wie sie es auch in der freien Natur tun,auf ihre Winterruhe vorbereiten und auch ihre Aktivitäten zurückfahren. Wolgemerkt, einheimische Arten, keine südländischen oder gar tropischen Arten. Im Zuge dieser Vorbereitung findet aber nicht nur weniger Bewegung statt, auch Nahrung wird nicht mehr viel aufgenommen. Die Gaster sind gefüllt und die Reserven stehen auf Maximum. Auch findet eine Vorbereitung auf die kalten Temperaturen statt und die Hämolymphe wird eingedickt, als eine Art Frostschutz. So vorbereitet überstehen die Ameisen auch tiefere Frosttemperaturen. Gedanken darüber, dass die Ameisen erfrieren würden, braucht man sich also nicht machen. Die meisten Verluste über die Winterruhe entstehen durch "Überschwemmung" oder einfach durch Austrocknung. Erfrieren würden die Ameisen nur, wenn man sie buchstäblich von heut auf morgen vom "Sommermodus" in ...

Ab wann umsiedeln in ein "großes" Nest?

Häufig möchten gerade Neulinge in der Ameisenhaltung, dass ihre Lieblinge bereits kurz nach dem Einzug, bzw so früh wie nur gerade möglich in eine Farm, ein Gips- oder Gasbetonnest einziehen. Diese Nester haben, gerade wenn sie bereits vorgefertigt sind, meist recht große Kammern und sind schön geräumig. Ameisen können zwar mit wechselnden Bedingungen umgehen, lagern Brut um und ziehen auch mal von einem Eck ins andere. Unter Umständen tragen sie sogar selbst Wasser zur Befeuchtung heran. Schwanken die Bedingungen allerdings zu sehr, braucht es natürlich einiges an "Arbeitskraft" um dies zu bewerkstelligen. Das heißt im Klartext, es müssen für diese Tätigkeiten auch genügend "freie Arbeiter" zur Verfügung stehen. Das Volk muss also ausreichend groß dafür sein. Aus diesem Grunde sollte man also nicht gleich bei der ersten handvoll Arbeiterinnen diese zu einem Umzug in ein großes Nest bewegen. Nebenbei tut man sich auch keinen Gefallen, wenn es sich um eine heimi...

Einrichten einer Miniarena

Sobald erste Arbeiterinnen vorhanden sind, beziehungsweise bereits wenn die Gyne semiclaustral gründet, ist es von Vorteil, wenn man eine kleine Arena einrichtet, in der man sie füttern kann. Zum einen erleichtert es das Handling und zum anderen muss man das Reagenzglas nicht weiter bewegen als nötig. Man kann darin ein Näpfchen für Zuckerwasser platzieren oder auch die eine oder andere Fliege. Um zu wahren, dass diese einigermaßen sauber bleibt, kann man dieses auch auf einem kleinen Stück Alufolie darbieten. Ein größeres Behältnis ist in diesem Stadium noch nicht nötig. Für viele Kolonien reichen solche Formikarien meist die ersten beiden Jahre aus, erst später ist das Wachstum so hoch, dass es sich auszahlt, ein größeres Becken dafür einzurichten. Auch ist es natürlich für den Halter einfach zu überwachen, zu kontrollieren und sauber zu halten, abgesehen davon, dass man es bei heimischen Arten auch so noch leichter überwintern kann.

Ameisennester, Form und Größe in der Natur

Bild
Ich schreibe diesen Beitrag hier, weil es mir weniger um die Biologie als um grundsätzliche Gestaltungsregeln in Sachen Nestbau geht. Es ist hier auch nicht die Frage nach dem passenden Material, das kann durchaus auch nach eigenen Vorlieben oder derer der Ameisen variieren. Man sieht immer wieder Nester, die Kammergrößen aufweisen, in denen man Hamster halten könnte, die sind aber für Ameisen wie Lasius niger. Ein kurzer Blick unter einen Stein oder besser eine Steinplatte im Garten würde hier schon das meiste erklären. Nebenbei sieht man auch immer wieder Nester, die man gut liegend verwenden könnte, die niedrige Kammern (oder ausreichend hohe) haben und eine gute Grundfläche. Die werden aber eigenartigerweise stehend verwendet, so dass nur die schmale "Seitenwand" als Ablagefläche für Brut in Frage kommt. Ameisen selbst kommen zwar gut damit zurecht, auch mal an den Wänden oder gar Decken der Kammern rumzuhängen, aber Brut liegt normalerweise der Schwerkraft folgend a...

Gründung claustral, semiclaustral

Der Hauptunterschied bei diesen Gründungsarten ist der, dass bei der claustralen Gründung di Gyne so viele Reserven hat, dass sie bis zu den ersten Arbeiterinnen und eigentlich sogar noch etwas weiter, keine Nahrung aufnehmen muss und es normalerweise auch nicht tut. Deshalb ist es auch nicht nötig, die Gyne während der Gründung zu füttern und "Auslauf" braucht sie in dieser Zeit auch nicht. Man lässt also, so lange noch keine Arbeiterinnen vorhanden sind, das Reagenzglasnest verschlossen. Einfach Watte in die Öffnung sorgt nebenbei für genügend Luft. Bei der Semiclaustralen Gründung hat die Gyne kaum Reserven, ist aber eher arbeiterinnenähnlich und agiler. Sie können durchaus auf Jagd gehen und tun es auch. Man sollte also das Reagnzglas nur so verschließen, dass die Gyne noch aus und ein kann und ihr eine kleine Arena anbieten, in der man ihr Futter bereitstellen kann. Etwas Zuckerwasser, verdünnter Honig, Ahornsirup oder Invertzuckersirup, falls vorhanden reicht aus. Z...

Reagenzglas vorbereiten

Bild
Grundsätzlich ist die Vorbereitung des Reagenzglasnestes einmal gleich, im Verschluß ist aber ein Unterschied, ob es eine claustrale oder semiclaustrale Gründung wird. Dazu später mehr. Bei Fragen zu den benutzten Fachwörtern, einfach mal ins Wiki sehen. Es sind fast alle darin zu finden. Da ich nicht weiß, welches Vorwissen jeder mitbringt, einfach kurz nachsehen. Häufige Fehler: die Gründungskammer wird bei weitem zu groß ausgelegt. viele Halter meinen es einfach zu gut mit dem Platzbedarf der Gyne Der Wassertank ist dadurch meist sogar kleiner als die Gründungskammer und reicht manchmal gar nicht einmal über die gesamte Gründungsphase. Ein Umsiedeln ist zwangsläufig vorgeplant. das RG wird erst gar nicht verschlossen, obwohl die Gyne claustral gründen sollte das RG wird nicht abgedeckt oder dunkel gelagert

Leitfaden zur Ameisenhaltung

Für viele Einsteiger stellen sich immer wieder dieselben Fragen bezüglich der ersten Schritte ihrer zukünftigen Ameisenkolonie. Nun gibt es zum einen etliche unterschiedliche Arten und Bedürfnisse als auch verschiedene Möglichkeiten, an Ameisen zu kommen. Natürlich kann man sich inzwischen eine ganze Menge der verschiedensten Arten kaufen, auch bereits mit mehreren Arbeiterinnen, aber viele wollen auch gerne ihre Gyne selbst beim Schwarmflug einfangen und bei der Gründung beobachten. Hierbei ist grundsätzlich einmal zu unterscheiden, ob es sich dabei um eine claustral gründende Art wie zB Lasius niger oder um eine semiclaustral gründende zB Myrmica rubra handelt, um hier nur einmal die bekanntesten zu nennen. Für beide Fälle benötigt man ein dafür vorbereitetes Reagenzglas als Nest bzw als Gründungskammer. Gründungskammern sind in der Natur selten größer als nötig, daher sollte man darauf achten, dass diese im Reagenzglas auch nicht übermäßig groß ausfällt. Bei den claustral g...